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Mit der ETH Learning Factory Zug entsteht im Tech Cluster Zug ein neuer Lern-, Arbeits- und Forschungsort. Studierende der ETH Zürich, Lernende aus der Berufsbildung, Berufsleute, Forschende und Unternehmen arbeiten hier künftig gemeinsam an realen Fragestellungen aus der industriellen Praxis, um Wissen schneller in die Anwendung zu bringen.

Für Unternehmen wird Innovation anspruchsvoller. Technologische Entwicklungen beschleunigen sich, Fragestellungen werden komplexer, und Themen wie Energieversorgung, Klima, Digitalisierung oder industrielle Produktion greifen in Forschung, Entwicklung und Umsetzung zunehmend ineinander. Der klassische Weg von der Grundlagenforschung über die angewandte Forschung bis zur industriellen Anwendung stösst immer mehr an seine Grenzen. Es braucht neue Formen der Zusammenarbeit, kürzere Wege zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis, praktischer Erfahrung und industrieller Umsetzung.

Genau hier setzt die ETH Learning Factory Zug im Tech Cluster an. Unternehmen bringen konkrete Herausforderungen ein. Diese werden gemeinsam analysiert, in gemischten Teams bearbeitet und prototypisch weiterentwickelt. Studierende steuern wissenschaftliche Methoden und aktuelles Forschungswissen bei, Lernende und Berufsleute ihre Nähe zur praktischen Umsetzung. Daraus entstehen kurze Feedback-Zyklen zwischen Forschung, Ausbildung und Anwendung.

Die ETH Learning Factory Zug ist damit eine Plattform für Lernkooperationen zwischen Hochschule, Berufsbildung und Industrie. Im Zentrum steht die gemeinsame Arbeit an realen, komplexen Problemen. Dabei werden fachliche Kompetenzen gestärkt, aber auch Fähigkeiten, die für die Arbeitswelt von morgen zentral sind – etwa interdisziplinäres Denken, Teamarbeit und Selbstorganisation.

Gleichzeitig zeigt das Projekt exemplarisch, was mit den Cluster-Effekten gemeint ist, die im Tech Cluster Zug gezielt gefördert werden: Räumliche Nähe, gemeinsame Infrastruktur sowie aktive, interdisziplinäre Zusammenarbeit führen zu einem Mehrwert, den einzelne Akteure allein kaum erreichen können. Wissen gelangt schneller in die Anwendung, Unternehmen erhalten Zugang zu Talenten und neuen Lösungsansätzen, und Studierende sowie Lernende erwerben zusätzliche Kompetenzen durch die Arbeit an realen Aufgabenstellungen. So entstehen Win-Win-Situationen, die neue Fragestellungen, Kooperationen und Lösungen hervorbringen.

Noch befindet sich das Projekt in der Genehmigungsphase. Es ist geplant, dass die parlamentarischen Prozesse bis Ende 2026 abgeschlossen sind.

Adora Süd / ETH Learning Factory Zug

Eigentümer Urban Assets Zug AG
Nutzer ETH Zürich
Projektdauer 2025-2029
Geschosse UG bis 3. OG
GF ca. 6 300 m²
Volumen ca. 24 000 m³
Nutzung 56% Lernen/Büro, 37% Forschung/Gewerbe, 7% Gastro
Architektur Hosoya Schaefer Architects AG

Die vorgesehene Infrastruktur unterstützt die kooperative und stark praxisbezogene Arbeitsweise in der ETH Learning Factory Zug. Auf rund 5’000 Quadratmetern des Tech Cluster Areals sollen flexible Lern- und Arbeitsräume, Werkstätten, Maker Spaces, Digital Learning Labs, Experimentierflächen, eine Modellwerkstatt sowie Begegnungszonen entstehen.

Inhaltlich stehen aktuell Themen im Vordergrund, die für die Zukunft der Industrie zentral sind: Digitalisierung, Automatisierung und nachhaltige Systeme.

Getragen wird das Vorhaben der ETH Learning Factory Zug von der ETH Zürich, der öffentlichen Hand sowie mehreren Unternehmenspartnern. Die ETH Zürich betreibt die ETH Learning Factory und verantwortet Programm, Lehre und Forschung, Unternehmen bringen Fragestellungen, Ressourcen und Praxiserfahrung ein. Lokale Gremien fördern das Projekt als langfristige Investition in Bildung, Innovation und Standortqualität.

Der Aufbau erfolgt etappiert. Erste Pilotformate laufen bereits in zwischengenutzten Räumen auf dem Tech Cluster Areal. Für die erste Ausbaustufe sollen bestehende Industriebauten im Bereich Adora Süd saniert und ausgebaut werden. Der reguläre Betrieb ist ab Herbst 2029 vorgesehen, abhängig vom weiteren Projektverlauf und den politischen Entscheiden.

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