SHL-Südtor
Im südlichen Teil des Areals entsteht mit dem SHL-Südtor der neue Hauptsitz von SHL Medical. Das kombinierte Produktions- und Bürogebäude bietet Platz für rund 350 bis 400 Mitarbeitende. Dort werden künftig Arzneimittelabgabesysteme sowie Produkte der Gesundheits- und Medizinaltechnik entwickelt und gefertigt.
Der Bau befindet sich im Schlussspurt. SHL Medical testet bereits die installierten Produktionsanlagen, parallel dazu werden die Büroflächen ausgebaut. Bis Ende 2026 wird das Gebäude schrittweise bezogen. Mit SHL Medical gewinnt der Tech Cluster Zug einen weiteren industriellen Nutzer. Entwicklung, Produktion und Verwaltung kommen an einem Standort zusammen und stärken den Werkplatz Zug.
SHL-Südtor
| Eigentümer | Urban Assets Zug AG |
| Mieter | SHL Medical |
| Projektdauer | 2021 bis 2026 |
| Höhe | 44 m |
| Geschosse | 8 OG / 2 UG |
| GF | 21 480 m² |
| Volumen | 102 632 m³ |
| Nutzung | 65% Gewerbe, 35% Büro |
| Architektur | Penzel Valier AG |
Die Hybridkonstruktion aus Stahl und Beton wird durch einen hohen Anteil an Holzelementen ergänzt. Das verbessert die Raumatmosphäre und reduziert den Materialeinsatz. Durch die Betonproduktion vor Ort werden mehr als 20 % CO2-Emissionen eingespart. Eine Photovoltaikanlage auf Fassaden und Flachdächern liefert einen wesentlichen Teil des benötigten Stroms. Horizontale Verschattungselemente sorgen im Sommer für ein angenehmes Klima. Zudem ist das Gebäude an den Multi Energy Hub von Tech Cluster Zug und WWZ angeschlossen und nutzt zur Kühlung auch Seewasser.
Nachhaltigkeit beginnt bereits bei der Grundkonzeption. Die Produktionshallen sind auf grosse stützenfreie Flächen und hohe Nutzlasten ausgelegt. Die Tragwerke von Produktion und Verwaltung sind konstruktiv getrennt, damit sich Vibrationen aus der Fertigung nicht auf das gesamte Gebäude übertragen.
Diese Entkopplung schafft Flexibilität für spätere Nutzungen. Einzelne Etagen können unabhängig voneinander angepasst werden. Damit entsteht Nachhaltigkeit nicht nur durch langlebige Materialien, sondern auch durch ein Nutzungskonzept, das Veränderungen zulässt und die Lebensdauer des Gebäudes verlängert.
Industrielle Produktion hat auf diesem Gelände Tradition. 1913 begann hier mit der Verzinkerei Zug die Geschichte der späteren V-ZUG. Diese Tradition wird weitergeführt: Während viele Industriefirmen ihre Produktion an den Stadtrand oder ins Ausland verlagern, investiert V-ZUG am Standort Zug in eine moderne, vertikale Fabrik. Dadurch wird ein grosser Teil des Areals frei für neue Nutzungen im Tech Cluster Zug.
Das SHL-Südtor ist ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung. Mit SHL Medical kommt ein international tätiges Medizintechnikunternehmen auf das Areal. Die Ansiedlung stärkt den Werkplatz Zug und führt die industrielle Nutzung des Standorts in einem neuen Kapitel weiter.
Im Erdgeschoss führt eine grosszügige Treppe vom baumbestandenen Südtorplatz im Westen zu Empfang, Konferenzräumen, Cafeteria und Logistikflächen. Horizontale Verschattungselemente prägen die Fassade und sorgen für eine gute Tageslichtversorgung. Die Nutzung bleibt von aussen ablesbar: In den überhohen Produktionsgeschossen des Sockels sind die Anlagen für die Herstellung von Drug-Delivery-Systemen installiert. Gross dimensionierte Einbringöffnungen ermöglichten den direkten Transport der Anlagen ins Gebäude.
Über dem Sockel erhebt sich, leicht zurückversetzt, ein sechsgeschossiger Büroturm. Hier entstehen Testräume und Verwaltungsbereiche. Die Holzbalkendecken bleiben von aussen sichtbar. Der Innenausbau läuft parallel zu den Tests der Produktionsanlagen.
Der Baukörper ist in drei abgestufte Volumen gegliedert. Der zwei- und viergeschossige Sockel nimmt den Massstab des angrenzenden Wohnquartiers auf. Der zurückversetzte Büroturm verweist auf die grossformatigere künftige Bebauung des Areals. So entsteht ein klarer Übergang zwischen Quartier und Industrieareal.
Der Platz vor dem Neubau stellt zudem einen Bezug zur Geschichte des Standorts her. Das älteste Produktionsgebäude der V-ZUG, der denkmalgeschützte Backsteinbau von Gebäude 5, erinnert an die industrielle Vergangenheit. Östlich davon stehen die Reiheneinfamilienhäuser von Heinrich Peikert aus dem Jahr 1932; sie verweisen auf die Tradition des Arbeiterwohnbaus im Göbli. Das SHL-Südtor nimmt mit seiner gestaffelten Höhenentwicklung auf beide Nachbarschaften Bezug.